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Mikroplastik. Folgen für die Werbemittelindustrie.

Der Hype in unserer Branche um nachhaltige, biologische und ökologische Werbemittel ist gerade riesengroß und bietet ein lukratives Geschäft für jeden, der sich daran beteiligen möchte. Aber woher kommt dieser Hype eigentlich? Was sind seine Ursachen? Und warum ist es so wichtig, sich nicht von falschen Infos und seichten Parolen in die Irre führen zu lassen.

Die Nachfrage nach ökologisch sinnvollen Werbemitteln in unserer Branche ist herüber geschwappt aus dem immer stärker werdenden Wunsch unserer Gesellschaft nach einem verantwortungsvollen und nachhaltigen Lebensstil. Die Zeiten, in denen es beim Einzelnen um reinen Kapitalismus und das damit verbundene Gefühl immer mehr und mehr und mehr Besitz anhäufen zu müssen geht, ist vorbei. Vielmehr geht es jetzt darum unsere Umwelt zu schützen, die Erde nicht mehr unnötig auszubeuten und unseren Kindern einen gesunden Planeten zu hinterlassen.

Soweit der Ist-Zustand – Was hat das aber jetzt alles mit dem Mikroplastik zu tun?

Unsere Generation zeichnet sich durch eine To-Go-Mentalität aus, die in der immer stärker werdenden Schnelllebigkeit begründet ist. Es wird sich einfach nicht mehr die Zeit genommen – bzw. ist sie teilweise auch wirklich nicht mehr vorhanden – um z.B. das Mittagessen im Restaurant zu essen. Stattdessen lässt man sich seinen Salat in Einwegplastik packen und nimmt ihn mit ins Büro. Das verursacht eine riesige Menge an Plastikmüll, welche mit ursächlich für das Mikroplastik ist.

Die Problematik um das Mikroplastik ist ein relativ junges Phänomen, das es bisher in der Geschichte so noch nicht gegeben hat. Ganz einfach aus dem Grund, weil es vorher kein
Plastik gab. Es hat sich in einer sehr kurzen Zeit von nur mehreren Jahrzehnten einfach
überall hin ausgebreitet. Wissenschaftler gehen sogar soweit unsere Zeit als Plastozän –
das Plastikzeitalter zu bezeichnen. So far, so … naja.

Was ist Mikroplastik jetzt eigentlich?

Als Mikroplastik werden feste und lösliche synthetische Polymere (Kunststoffe) bezeichnet, die
kleiner als fünf Millimeter sind. Eine Stufe kleiner ist das Nanoplastik, welches kleiner als 100 nm
und für das Auge schon nicht mehr erkennbar ist. Alles, was größer als 5 mm ist, trägt die Bezeichnung Makroplastik.

Woher kommt das Mikroplastik?

Zwei Möglichkeiten.

1. Makro- wird zu Mikroplastik
Dabei werden im Meer oder an Land unlauter entsorgte Plastikabfälle wie z.B. Plastiktüten oder
-flaschen durch die Einwirkung von Sonne, Wind und Reibung in immer kleinere Teile zersetzt bis
irgendwann Mikroplastik daraus wird.

2. Absichtlich hergestelltes Mikroplastik
In vielen Kosmetik- und Hygieneartikeln ist extra dafür produziertes Mikroplastik beigemischt.
Zahnpasta beispielsweise enthält öfter mal Mikroplastik für einen reinigenden Schleifeffekt auf den Zähnen.

Was ist das Problem mit dem Mikroplastik?

Das Problem ist, dass sich Makro-, Mikro- und Nanoplastik z. B. im Meer sammeln und riesige
Strudel bilden. Da sich Plastik aber erst nach rund 400 Jahren vollständig zersetzt hat wird der Müll im Meer immer mehr, was schwerwiegende Folgen für das ökologische Gleichgewicht hat.
Diese Folgen wirken sich natürlich auch auf uns Menschen aus:

• Plankton isst Mikroplastik, weil es dieses mit organischer Nahrung verwechselt.
• Fische fressen das Plankton.
• Plastik sammelt sich im Magen und Fettgewebe des Fisches an, kann aber nicht verdaut      werden.
• Fisch verhungert mit vollem Magen.
• Oder: Mensch isst Fisch – Mensch hat das Mikroplastik im Körper … nicht schön sich
auszumalen was dann passiert.

Was jetzt also tun?

Wie löst man das Problem jetzt als einzelner Endverbraucher bzw. als Werbemittelhändler?Den Kunststoff von vornherein als schlecht zu verteufeln ist Unsinn und wird von vielen als Werbe-Slogan genutzt – ohne, dass überhaupt darüber nachgedacht wurde. In vielen Bereichen gibt es wenig bis gar keine Alternativen zum Kunststoff. Paradebeispiele hierfür sind die Medizin (Blutbeutel, Einmalhandschuhe,Spritzen) und die Automobilindustrie (Reifen, Airbags und Co.).

Auch zählt Kunststoff zu den sichersten Werkstoffen überhaupt, natürlich nur wenn er
fachgerecht behandelt wird. Des Weiteren gibt es auch keine ernstzunehmende Alternative zum Kunststoff, die mit demselben geringen Energieaufwand auf so vielfältige Art und Weise verarbeitet werden kann. Knapp 200°C brauche ich um Kunststoff zu verformen. Mehr als 1000°C für Glas.
Wie lang muss ich die Glasflasche gegenüber der PET-Flasche dann verwenden bis es sich
energiebilanztechnisch lohnt? Ganz genau – ne ganze Weile…

 

Deshalb lautet die Devise:
• Vermeidet Einweg-Kunststoff, verwendet Mehrweg-Kunststoff und recycelt was das
Zeug hält. Nur so wird der Müll geringer und das Problem verlagert sich nicht auf andere Bereiche und Generationen.
• Setzt auf Alternativen zum Erdöl. Bio-Kunststoffe, welchen meist schnell nachwachsende
und damit nachhaltige Alternativen wie beispielsweise Zuckerrohr beigesetzt sind, sind eine echte Chance um Ressourcen zu schonen und die Umwelt zu schützen.